iaw-Colloquium

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Virtueller Raum
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iaw-Colloquium
Semester
SoSe 2021

11.05.2021
Werner Eichhorst (Universität Bremen / SOCIUM):
Transformation von Arbeitsmärkten in Europa durch Corona?

01.06.2021
Jan-Hendrik Kamlage (Universität Bremen / BIGSSS):
Postdemokratie und neue Formen der Bürgerbeteiligung: Beschwichtigungsformel oder Neuerfindung der Demokratie?

22.06.2021
Christian von Wissel (Hochschule Bremen):
Städte verändern sich immer – was ist heute anders? (Arbeitstitel)

13.07.2021
Peter Bleses und Guido Becke (iaw):
Transformation als Dimension nachhaltiger Entwicklung  - Beispiele aus der Sozialpolitik- und der Organisationsforschung

14.09.2021 
Ulrich Mückenberger (Universität Bremen/SFB 1342):
Die Transformation vom Normalarbeitsverhältnis zu Formen lebensgerechter Gestaltung von Arbeit

 

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Inhalt und Ziele: Nachhaltige Arbeit – Arbeit und Nachhaltigkeit

Moderne Arbeitsgesellschaften befinden sich derzeit in vielgestaltigen Transformationsprozessen, wie die Digitalisierung und Flexibilisierung von Arbeit, die ökologischen Folgeprobleme des Wirtschaftens und jüngst die durch das Corona-Virus ausgelöste Pandemie verdeutlichen. Arbeitsmärkte wie Arbeitskräfte geraten dadurch weltweit unter Druck. Anstatt nachhaltiger gestaltet zu werden, scheint sich Arbeit weltweit immer mehr von Nachhaltigkeitszielen zu entfernen.
Seit einiger Zeit wird daher von den Vereinten Nationen mit ihren beschlossenen „Sustainable Development Goals“ sowie dem Bericht „Arbeit und menschliche Entwicklung“ (2015) die „duale Zielsetzung“ einer sowohl ökologisch nachhaltigen als auch die menschliche Entwicklung fördernden Arbeit verfolgt. Man ist ausdrücklich darum bemüht, die Trennung der oft unverbundenen Perspektiven auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu überwinden.
In den gesellschaftlichen Debatten hierzulande bleiben allerdings die ökologischen Aspekte von Arbeit oftmals ausgespart, wenn es um die sozial nachhaltige Gestaltung von Arbeit geht. Im Diskurs zur ökologischen Nachhaltigkeit werden hingegen deren arbeitspolitische Bedeutung, die Arbeitenden selbst, ihre Arbeitsbedingungen und sozialen Lagen meist wenig berücksichtigt.
In der iaw-Colloquiumsreihe sollen vor diesem Hintergrund die Wechselbeziehungen zwischen Arbeit und Nachhaltigkeit im Sinne eines integrierten mehrdimensionalen Nachhaltigkeitsverständnisses diskutiert werden. Welche Spannungsverhältnisse zwischen Arbeit und Nachhaltigkeit treten auf? Welche darauf bezogenen Governanceformen entwickeln sich auf verschiedenen Ebenen? Und wie könnte die „duale Zielsetzung“ unter den Bedingungen moderner Erwerbssysteme realisiert werden?
Auf Basis der iaw-Colloquiumsreihe wird voraussichtlich im Herbst 2021 der Herausgeberband „Interdependenzen von Arbeit und Nachhaltigkeit“ erscheinen.

 

_________________

Präsentationsfolien und Audiomitschnitte der Vorträge:

  • 08.09.20  - Günter Warsewa (iaw): „Zur Governance der sozialökologischen Transformation des Arbeitssystems“ (zur Präsentationsfolie

 

 

 

  • 08.12.20  - Stephan Otto (EVOCO GmbH): „Beschäftigte und Betriebsräte als aktive Mitgestalter der ökologischen Transformation in den Unternehmen - Wunschtraum oder Chance?“ 

 

 

  • 09.02.21 Birgit Blättel-Mink (Universität Frankfurt/M.): "Welche Rolle spielt die Wissenschaft in der Governance sozial-ökologischer Transformation?" zur Prästentationsfolie (405 KB)
    zum Audiomitschnitt:

 

  • 12.02.21 Hans-Jürgen Urban (IGM Bundesvorstand, Frankfurt/M.): "Treiber oder Vetospieler? Gewerkschaften in der sozial-ökologischen Transformation" zur Präsentationsfolie (1.93 MB)
    zum Audiomitschnitt:
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Bremen
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16:00 - 18:00 Uhr
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iaw-Colloquium

Mit den vielschichtigen Veränderungen in Wirtschaft und Arbeitswelt durch Globalisierung, Tertiarisierung, Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeit haben sich in den letzten Jahrzehnten die Strukturen der Erwerbsarbeit grundlegend gewandelt. Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen werden dadurch für alle Erwerbstätigen vielfältiger und verschiedenartiger, Berufsbiographien gestalten sich instabiler und weniger planbar und prekäre Beschäftigungsformen verbreiten sich zunehmend. Auf der anderen Seite steigt die Anzahl privilegierter und exklusiver Erwerbsverhältnisse. Für alle gilt, dass die Bewältigung von Risiken in Arbeit, Beschäftigung und Berufsverlauf in dem Maße neue und zusätzliche Anstrengungen der Individuen, Haushalte und Familien erfordert, in dem Unternehmen und staatliche Institutionen sich aus der Verantwortung für dauerhaft stabile Beschäftigung zurückgezogen haben.

Wie diese Tendenzen sich auf die Struktur des Erwerbssystems im Lande Bremen insgesamt, für einzelne Gruppen von Arbeitnehmer_innen oder für einzelne Branchen auswirken, wird im Bremer Erwerbstätigkeitsatlas analysiert, der vom iaw im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen und des Senatsressorts für Arbeit erarbeitet wurde.

Ausgewählte Ergebnisse zur Qualität des Erwerbssystems und der Erwerbsintegration im Land Bremen werden von den Autoren präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Folien_iaw-Colloquium-BEA.pdf (719 KB)

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Bremen
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Room: FVG 0090
Wiener Straße 9
Bremen
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4.00 - 6.00 pm
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Die Forderungen nach einer strategischen Neuausrichtung der Europäischen Zentralbank auf das Ziel Klimarettung wird derzeit intensiv in der Umweltbewegung, aber auch offiziellen Politik diskutiert. Die Mario Draghi gefolgte EZB-Präsidenten Christine Lagarde betont überraschend deutlich den Auftrag für eine ökologische-nachhaltige Geldpolitik. Bisher reduzieren sich die Vorschläge zur ökologischen Indienstnahme der EZB auf den vorrangigen Ankauf von Anleihen von Unternehmen mit wirksamer CO2-Reduktion.

Dieser ökologische Impuls verlangt Antworten auf grundsätzliche Fragen an die Gestal-tungsmöglichkeiten der modernen Geldpolitik. Grundsätzlich ist nach wie vor die Geldpolitik darauf auszurichten, gesamtwirtschaftlich die Währung zu stabilisieren, um dadurch ein in-flationsfreies Wirtschaftswachstum monetär zu unterstützen. Die Ablösung der gesamtwirt-schaftlichen Rahmensteuerung durch direkte Eingriffe der EZB in einzelne Unternehmen bzw. Wirtschaftssektoren, könnte zu Schäden führen. Daher steht die Frage im Mittelpunkt des Vortrags, welchen Beitrag die EZB mit einer grünen Geldpolitik zur Klimarettung bei gesamtwirtschaftlich monetärer Steuerung leisten kann. Zuerst wird nachgewiesen, warum die anhaltende Niedrigzinspolitik auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden wird. Danach wird die Ausrichtung einer ökologischen Geldpolitik bei allerdings fortwährenden Negativ- Null- und Minuszinsen untersucht. Da all die Fragen in der Wissenschaft bisher kaum aufgriffen worden sind, wird es um eine eher laborhafte Vermessung der Ansätze zu einer neuen Gelpolitik gehen.

 

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4.00 - 6.00 pm
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iaw-Colloquium

Vortrag von Prof Dr. André W. Heinemann im Rahmen des iaw Colloquiums

Der moderne Staat wird weiterhin ein Steuerstaat sein, weshalb Besteuerung nach wie vor ein hochgradig diskutiertes Thema in Wissenschaft und Politik sowohl im nationalen als auch internationalen Kontext sein wird. Aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive sind Fragen hinsichtlich effizienter Besteuerung und insbesondere Steuerwirkungen auf Unternehmen, Bürger und Staat zu beantworten. Mit dem Aufkommen neuer, digitaler Geschäftsmodelle werden zusätzliche Fragen hinsichtlich internationaler Besteuerungsgrundsätze und Besteuerungswirkungen aufgeworfen. Hier zeigt sich aktuell, dass althergebrachte Besteuerungsprinzipen nicht mehr vollständig greifen. Wie aber können neue, moderne und allgemein gültige Besteuerungsgrundlagen vor dem Hintergrund der anhaltenden Digitalisierung der Ökonomie aussehen und welche Probleme sind zu berücksichtigen?

Im Rahmen des Colloquiums soll diesen Fragen nachgegangen werden. Zunächst werden Entwicklungen im Bereich digitaler Geschäftsmodelle skizziert. Im Anschluss werden dann aktuelle Konzepte und Vorschläge (z.B. Digital Service Tax der EU-Kommission bzw. die jüngst eingeführte französische Digital Service Tax) vorgestellt und auch weitere Ansätze wie die Global Intangible Low-Taxed Income-Steuer (GILTI) mit der Diskussion über internationale Mindeststeuern verbunden. Die Bewertungen und Einschätzungen sollen im Anschluss zur Diskussion gestellt werden.

https://www.uni-bremen.de/finpol/

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Bremen
Time
4.00 - 6.00 pm
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PD Dr. rer. soc. Irene Dingeldey; Dipl. Soz. Lisa Steinberg
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iaw-Colloquium

Vortrag von PD Dr. Irene Dingeldey und Lisa Steinberg im Rahmen des iaw Colloquiums

Für Jugendliche und junge Erwachsene, die von sozialen Benachteiligungen und individuellen Beeinträchtigungen betroffen sind, kann sich der Übergang von der Schule in den Beruf als schwierig gestalten. Mehrere sozialstaatliche Institutionen begleiten junge Menschen bei diesem Übergang. Das SGB VIII, die Jugendhilfe, hat die Verwirklichung des Rechts der jungen Menschen auf Förderung ihrer Entwicklung sowie ihre freiwillige Teilnahme an Maßnahmen zum Ziel. Dagegen fokussiert das SGB II primär die Vermittlung in eine Ausbildung oder Beschäftigung - auch unter Androhung von Sanktionen.

Der Vortrag geht der Frage nach, wie die Angebotsstrukturen der Arbeitsmarktpolitik und der Jugendhilfe in Bremen und Bremerhaven gestaltet sind. Im Mittelpunkt steht, welche Faktoren begünstigen oder verhindern können, dass die jungen Menschen von diesen Angeboten erreicht werden. Dabei werden drei Perspektiven beleuchtet: Auf der einen Seite stehen Jugendhilfeträger und Arbeitsmarktinstitutionen. Auf der anderen Seite der Blickwinkel der jungen Erwachsenen auf die Organisationen und Angebotsstrukturen. Der Vortrag zielt darauf ab, die Bedürfnisse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufzuzeigen und Empfehlungen für die Verbesserung und Regulierung von Angebotsstrukturen herauszuarbeiten.

 

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16.00 - 18.00 h
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Dr. Britta Busse; Thalia Hirsch; Dipl. Soz. Lisa Steinberg
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Vortrag von Dr. Britta Busse und Thalia Hirsch und Lisa Steinberg im Rahmen des iaw Colloquiums

Was bedeutet „Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen“? In der Wissenschaft konkurrieren dazu verschiedene theoretische Konzepte, die Themen und angrenzenden politischen Interessen sind vielfältig, ebenso wie die empirischen Möglichkeiten. In Europa existieren daher bereits zahlreiche Studien, die sich dem Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen auf die ein oder andere Weise widmen.

Dennoch haben sich im Rahmen des „Eurocohort Development Projects“ (ECDP) 18 Forschungseinrichtungen aus 16 Ländern zusammengetan, um mit Unterstützung namhafter Institutionen (z.B. UNICEF, NEPS, Deutsches Jugendinstitut) eine europäische Kohortenstudie zum Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen (Eurocohort) vorzubereiten.

Wir beschreiben die Hintergründe und Ziele von Eurocohort („Warum noch eine Studie?“) sowie die vielfältigen Herausforderungen, die sich bei der Vorbereitung einer groß angelegten Studie stellen (von Ethikprotokoll zu Messinstrumenten). Abschließend diskutieren wir gern über die weiteren Schritte („Was ist nötig?“, „Was ist möglich?“).

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Gastvortrag von Dr. Klaus-Peter Buss (Sofi, Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen)

Die Hafenwirtschaft erlebte in den 1990er und 2000er Jahren einen zwei Jahrzehnte währenden globalen Boom, dem jedoch in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 ein abrupter und tiefer Einbruch folgte, von dem sich die Branche bis heute nicht voll erholt hat. Die Entwicklung des Marktumfeldes hat die Branche stark verändert und zu einer Globalisierung und Verschärfung des hafenwirtschaftlichen Wettbewerbs beigetragen.

Der Vortrag fragt vor diesem Hintergrund nach dem Wandel der Akteurskonstellationen in den Häfen und nach neuen Herausforderungen für die Hafenakteure.

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Bremen
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16.00 - 18.00 h
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iaw-Colloquium

Vortrag von Dr. Peter Bleses, Dr. Britta Busse und Andreas Friemer im Rahmen des iaw Colloquiums

Die Einführung digitaler Technik in die Arbeit der Langzeitpflege wird in der Praxis der Pflegeeinrichtungen und der Technikanbieter im doppelten Sinne regelmäßig als eine vorwiegend technische Aufgabe gesehen: Erstens werden technische Lösungen nur für sich und ohne ihren sozialen, berufskulturellen und organisatorischen Kontext betrachtet, in den sie eingeführt werden. Zweitens werden bei der Technikeinführung – allenfalls – die technischen Fertigkeiten (Bedienung von Hard- und Software) des Personals beachtet.

Diese Herangehensweise resultiert in der Pflege nicht zuletzt aus einer sehr hohen Belastung von Organisation und Personal, die durch einen Fachkräftemangel auf der einen Seite und eine stark wachsende Nachfrage nach Pflegeleistungen andererseits hervorgerufen wird. Die Digitalisierung der Arbeit wird daher vielfach als eine schnelle und scheinbar einfache Lösung angesehen, um die Belastungen durch Effizienzsteigerungen in zentralen organisatorischen Abläufen (z. B. Leistungsabrechnung, Tourenplanung) zu mindern.

In der Folge bleiben jedoch oft die Potenziale der digitalen Technik ungenutzt, die sie neben Effizienzgewinnen auch für eine Verbesserung der Arbeitsqualität von Pflegekräften bietet (z. B. durch eine Verbesserung der Handlungssicherheit auf der Pflegetour). Zudem steigt das Risiko, dass die Einführung der digitalen Technik an Widerständen und fehlender Beteiligungsbereitschaft der Pflegekräfte ganz oder teilweise scheitert.

Im Vortrag wird – auf Basis der Ergebnisse des BMBF-/ESF-Projekts KoLeGe und des von der Arbeitnehmerkammer Bremen geförderten Projekts DigiTour in der ambulanten Pflege – dafür plädiert, den Prozess der Einführung digitaler Technik in die Langzeitpflege als beteiligungsorientiertes Veränderungsprojekt zu gestalten. Hier sind in der Gestaltung neben vielfältigen Veränderungsdimensionen insbesondere auch die Nutzen- und Nutzer*innenperspektive zu beachten.

http://www.iaw.uni-bremen.de/ccm/research/Projekte/kolege.de

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Patrick Chojnowski
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iaw-Colloquium

Vortrag von Patrick Chojnowski im Rahmen des iaw Colloquiums

 

Die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Teilräumen Deutschlands ist nicht nur ein allgemeiner Grundsatz der Raumordnung, sondern auch in der laufenden Legislaturperiode der Bundesregierung eines der zentralen Anliegen. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Daseinsvorsorge zu. Bereits von 2011 bis 2015 förderte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und (BMVI) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Rahmen des Modellvorhabens der Raumordnung (MORO) „Aktionsprogramm regionale Daseinsvorsorge“ (ArD) Prozesse der Daseinsvorsorge in insgesamt 21 Modellregionen. Rund drei Jahre später war es das Ziel, die fortwährenden Bemühungen in den Modellregionen in ein Ende 2018 gegründetes „Netzwerk Daseinsvorsorge“ zu integrieren.

Hierfür führte das iaw im Rahmen des „MORO Netzwerk Daseinsvorsorge“ eine Studie zur Verstetigung des Aktionsprogramms in den 21 Modellregionen durch, um zum einen die Erfolgsfaktoren und Hemmnisse zu ergründen und zum anderen übertragbare Beispiele zu identifizieren. Dabei wurden schwerpunktartig die Umsetzung der erarbeiteten „Regionalstrategie Daseinsvorsorge“ sowie die Fortführung der damaligen Prozess- und Organisationsstrukturen und von Pilotprojekten in den Blick genommen.

Im Rahmen des iaw-Colloquiums werden Ergebnisse dieser Studie vorgestellt. Dabei betrachtet Patrick Chojnowski die regionalen Verstetigungsprozesse der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen am Beispiel der 21 Modellregionen des Aktionsprogramms regionale Daseinsvorsorge. Anschließend werden die Ergebnisse zur Diskussion gestellt.

 

14.05.2019

Das A und Ö der Innovation - Gute Arbeit und Ökologie ganzheitlich verbinden

PD Dr. rer. pol. Guido Becke, Dipl. Soz.-wiss; M.A. Soziologie und Sozialfors Yann-Philippe Fingerhut; M.A. Soziologie Susanne Nickel
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Bremen
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16.00 - 18.00 h
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PD Dr. rer. pol. Guido Becke, Dipl. Soz.-wiss; M.A. Soziologie und Sozialfors Yann-Philippe Fingerhut; M.A. Soziologie Susanne Nickel
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Vortrag im Rahmen des iaw Colloquiums von Dr. G. Beck, Y.-P. Fingerhut, S. Nickel, M. Steinfeld, L. Schnars

Im NaGut-Projekt „Nachhaltig Gut Arbeiten. Arbeit und Ökologie ganzheitlich verbinden – Innovationsfähigkeit stärken“ haben Praxis und Wissenschaft gemeinsam Ansätze für eine große Herausforderung entwickelt: Wie kann es Unternehmen gelingen, gute Arbeit mit ökologischen Innovationen zu verknüpfen? Wir nennen diese Ansätze „arbeitsökologische“ Innovationen.

Gemeinsam mit den Partnerunternehmen hanseWasser GmbH, Macor GmbH und Co KG, SBN Stahlbau Nord GmbH, wurden Gestaltungslösungen entwickelt und erprobt. Im Rahmen des iaw-Colloquiums werden der arbeitsökologische Ansatz, die Projektergebnisse und der erstellte Praxisleitfaden vorgestellt.

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Vortrag von Dr. Jochen Tholen im Rahmen des iaw Colloquiums

„Bremen – Borgward, Borgward – Bremen, das war eins“
Dieses Zitat des zur Zeit der Borgward-Krise 1960/61 tätigen 1. Bevollmächtigten der IG Metall Bremen kennzeichnet die enorme Bedeutung der 1961 in Konkurs gegangenen Borgwardgruppe für die Wirtschaft und Beschäftigung in Bremen: Borgward war das größte Industrieunternehmen im Bundesland Bremen, Borgward war der größte (private) Steuerzahler Bremens, in der Borgwardgruppe arbeiteten 1960 rund 22.700 Menschen. Damit arbeitete fast jeder Vierte im Verarbeitenden Gewerbe der Stadt Bremen bei Borgward (unberücksichtigt bleiben hier die vielen Beschäftigten in den Zulieferbetrieben). Und Borgward war 1959 der fünftgrößte Pkw Produzent in der Bundesrepublik. Die auch heute noch wirkende Faszination dieses „Mythos Borgward“ wurde zuletzt durch den ARD Film „Die Affäre Borgward“ deutlich, jüngst am 7. Januar 2019 zur besten Sendezeit ausgestrahlt.

Was geschah mit den Beschäftigten nach dem Zusammenbruch der Borgward AG? Und überhaupt: Wie verhielten sich seinerzeit Gewerkschaften und Be-triebsräte der Borgwardgruppe? Und vor Allem: Welche Lehren können aus dem Borgward Drama für heute gezogen werden? Wie weit muss und darf staatliche Industriepolitik im 21. Jahrhundert in das Geschehen eingreifen? Und gibt es auch für das große Werk von Daimler in Bremen angesichts der dramatischen Umstellungen auf dem Weltautomobilmarkt hin zu Elektromobilität und anderen Verkehrskonzepten frühzeitige Anpassungen?
Diese Fragen werden auf der Grundlage einer umfassenden empirischen Studie aus den 1980er Jahren beantwortet.

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Vortrag von Prof. Dr. Rudolf Hickel im Rahmen des iaw Colloquiums

Elf Jahre nachdem die Finanzmarktkrise mit dem Zusammenbruch der Investitionsbank Lehman Brothers ausgebrochen ist, sitzt der ökonomische und gesellschaftliche Schock immer noch tief. Unsicherheit und Misstrauen gegenüber den Finanzmärkten zeigt sich in einer hohen Volatilität. Dabei sind bis heute die Ursachen dieser ersten Krise des finanzmarktgetriebenen Kapitalismus einerseits noch nicht richtig begriffen worden. Andererseits werden schon wieder die Stabilität der Finanzmärkte analytisch beschworen und der Abbau der aus der jüngsten Krise heraus geschaffenen Regulierungen vor allem in den USA ordnungspolitisch propagiert.

Ziel dieses Vortrags ist es, zuerst die Ursachen und Folgen der relativen Entkoppelung der Finanz- von der Realwirtschaft zu analysieren. Darauf aufbauend werden die eingesetzten regulatorischen Maßnahmen auf der makro- und mikroprudenziellen Ebene versucht. Schließlich geht es um die Frage, inwieweit durch die mangelnde Bewältigung der alten Risiken sowie dem Heranwachsen neuer Risiken – wie Schattenbanken und Zinswende - eine neue Finanzmarktkrise wahrscheinlich wird.

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Vortrag von Dr. Günter Warsewa im Rahmen des iaw Colloquiums

Bremen gehört zu den Bundesländern und Großstädten mit überdurchschnittlichen Armutsrisiken. In der Folge des wirtschaftlichen Strukturwandels hat sich die Lang-zeitarbeitslosigkeit verfestigt, ein hoher Anteil von Personen bleibt ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Kinder wachsen in Bremen besonders häufig mit geringen Chancen auf Bildungserfolg auf, Armut wird mittlerweile vielfach „vererbt“. Durch starke Segregationsprozesse konzentrieren sich soziale Problemlagen in einzelnen Ortsteilen und Quartieren.

Seit einigen Jahren wird daher der Armutsbekämpfung in Bremen verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet; zahlreiche Maßnahmen, politische Programme und Initiativen wurden in den vergangenen Jahren gestartet. Darüber hinaus liegen etliche Vorschläge zur zukünftigen Ausrichtung der Armutspolitik vor (z. B. Bürgerschaftsausschuss zur Bekämpfung und Prävention von Armut und sozialer Spaltung; Armutskonferenzen, Armuts- und Reichtumsberichte).

Vor diesem Hintergrund hat das iaw im Auftrag des Senats eine Bilanz der bisherigen Aktivitäten und Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut in Bremen erarbeitet und deren Wirksamkeit analysiert. Darauf aufbauend wurden Hinweise für Nachjustierungen erarbeitet und Vorschläge für zukünftige strategische Leitlinien der Armutsbekämpfung in Bremen abgeleitet. In der Veranstaltung werden die zentralen Befunde der Bilanzierung präsentiert. Im Anschluss besteht die Möglichkeit für Nachfragen und Diskussion.

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Vortrag von Dr. Tina Schneider und Dr. Jochen Tholen im Rahmen des iaw-Colloquiums

 

Tiefseebergbau ist für viele ein Zukunftsthema, mit dem sich aber jetzt schon viele Akteure intensiv befassen – nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit.

Naturwissenschaftliche Studien belegen, dass die mineralische Zusammensetzung von Manganknollen und Massivsulfiden aus der Tiefsee dafür geeignet ist, Versorgungsengpässe zu überwinden. Zunehmend wird der Tiefseebergbau auch von Behörden, Industrieverbänden und Unternehmen als vielsprechende Ergänzung des Landbergbaus zur Rohstoffversorgung der deutschen Industrie bewertet. So ist nach Ansicht der Bundesregierung für einige Zukunftstechniken die Nachfrage nach derzeit kaum substituierbaren wirtschaftsstrategischen Rohstoffen, deren Fördermenge aufgrund technischer Herausforderungen kurzfristig zum Teil kaum mehr zu steigern ist, zukünftig von strategischer Bedeutung (Deutsches Ressourceneffizienzprogramm II, 2016).

Wie die Mineralien im industriellen Maßstab gefördert und verhüttet werden können, ist konzeptionell ausgearbeitet, aber weder als Prototyp vorliegend noch in der Erprobung. Wenn es zu einer Erprobung des Abbausystems (Pilot Mining Test) und später zu einem industriellen Abbau kommen sollte, ist es laut International Seabed Authority (ISA) zentral, dass das Gleichgewicht der Ökosysteme erhalten bleibt und mögliche negative Kaskadeneffekte in angrenzenden Wasserschichten vermieden werden (Odunton, 2016). Für die Wahrung dieser Interessen setzen sich insbesondere NGO´s ein, aber auch ein Teil der Wissenschaft. Denn erste Studien weisen darauf hin, dass der industrielle Abbau in der Tiefsee aus rein ökologischer Perspektive nicht vertretbar ist. Die zentrale Forschungsfrage unserer explorativen Studie lautete daher:

Welche Chancen und Risiken entstehen durch den "Tiefseebergbau"?

Zur Beantwortung der Fragestellung wurden in Deutschland 2017/2018 eine großzahlige online Befragung (N=550) sowie 15 Experteninterviews mit EntscheidungsträgerInnen aller vier Akteursgruppen - Wissenschaft, Politik (einschließlich staatlicher Instanzen), Interessensverbände (einschließlich NGOs) und Unternehmen - von der Universität Bremen durchgeführt. Mittelgeber war neben der Universität Bremen die Hans-Böckler-Stiftung; darüber hinaus unterstützte die Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie das Vorhaben durch die Organisation und Finanzierung des Workshops zur Reflexion der Ergebnisse.

http://iaw.uni-bremen.de/projekte/abgeschlossene-projekte?proj=302

 

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Vortrag von René Böhme im Rahmen des iaw Colloquiums

Das Jahr 2015 war geprägt durch eine historisch hohe Flüchtlingszuwanderung nach Europa. In Deutschland wurden ca. 1 Million schutzsuchende Menschen registriert. Auch 2016 reisten weiterhin Flüchtlinge in die Bundesrepublik ein. Die Integration dieser Menschen in den Arbeitsmarkt ist dabei eine entscheidende Gelingensbedingung für Teilhabe und den sozialen Zusammenhalt.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Informationen zum Qualifikationsstand der Geflüchteten, aber auch der gestiegenen Zahlen von Geflüchteten in Beschäftigung und im Rechtskreis der Grundsicherung für Arbeitssuchende wurde im Rahmen der hier präsentierten Studie der Übergang von Geflüchteten in Beschäftigung, aber auch in Arbeitslosigkeit im Land Bremen und seinen beiden Stadtgemeinden im Vergleich zu anderen Gebietskörperschaften und Bundesländern untersucht. Diese quantitativen Ergebnisse wurden mit einem qualitativen Forschungsansatz ergänzt. Das beinhaltete einerseits eine Analyse der Akteurkonstellationen in der Arbeitsmarktpolitik und zum anderen die Durchführung von drei Fallstudien in ausgewählten Branchen und Teilsegmenten des Arbeitsmarkts.

Im Vortrag werden erstens aktuelle Kennzahlen der Arbeitsmarktsituation von Geflüchteten in Bremen mit dem Forschungsstand früherer Flüchtlingskohorten verglichen. Zweitens werden strukturelle Herausforderungen in der Bremischen Arbeitsmarktpolitik in Hinblick auf die Zielgruppe der Geflüchteten deutlich gemacht und drittens die Befunde aus den Analysen im Bereich des Hotel- und Gaststättengewerbes, der Altenpflege sowie des Sozialen Arbeitsmarkts präsentiert. Im Anschluss besteht die Möglichkeit für Nachfragen und Diskussion.

http://iaw.uni-bremen.de/projekte/alle-projekte?proj=88