Veranstaltungsort


Bremen
Uhrzeit
16:00 - 18:00 Uhr
Veranstaltungsreihe
iaw-Colloquium

Vortrag von Stephanie Pöser, PD Dr. Guido Becke und Cora Schwerdt im Rahmen des iaw-Colloquiums

Die berufliche wie betriebliche Wiedereingliederung langzeiterkrankter Beschäftigter ist in Deutschland im Sozialgesetzbuch (SGB IX § 84 Prävention) gesetzlich geregelt und für alle Arbeitgeber obligatorisch. Mit Blick auf dieses ‚Betriebliche Eingliederungsmanagement‘ (BEM) ist bisher kaum untersucht, welche Herausforderungen insbesondere psychische Erkrankungen von Beschäftigten an das BEM-Verfahren und damit befasste Akteure stellt? In Deutschland haben betriebliche Interessenvertretungen Mitbestimmungs- und Beteiligungsrechte im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz und im BEM. Bislang liegen kaum empirische Ergebnisse über das konkrete Interessenvertretungshandeln von Betriebs- und Personalräten im BEM vor.  Diese Forschungsdefizite bildeten die Grundlage für die explorative Untersuchung des iaw, die durch die Arbeitnehmerkammer Bremen gefördert wurde. Die Studie bezog u.a. Organisationen ein, die bereits über mehrjährige Erfahrungen mit dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement verfügten. Sie zeigt, dass bei betrieblichen BEM-Akteuren oft eine relativ große Handlungsunsicherheit im Umgang mit psychisch erkrankten Beschäftigten besteht, aber externe Unterstützungsangebote wenig genutzt werden. Sie gibt überdies einen Einblick in betriebliche Praktiken, die eine vertrauensorientierte Kooperationskultur im Umgang mit psychischen Erkrankungen fördert. Für eine betriebliche Wiedereingliederung (psychisch) erkrankter Beschäftigter erweisen sich betriebliche Interessenvertretungen als wichtiger Akteur.

Im Rahmen des iaw-Colloquiums werden die Grundlagen des BEM, die Kernergebnisse der Studie und praxisorientierte Empfehlungen für eine Öffnung des BEM im Umgang mit psychisch erkrankten Beschäftigten vorgestellt.