Mitteilungen


Heft 34 der iaw Schriftenreihe

Globalisierung bringt zwei Aspekte ins Spiel, die traditionelle (nationale) Modelle von Solidarität in Frage stellen. Erstens eröffnet sie die Möglichkeit, dass sich Gruppen über einen bestimmten geografischen Standort hinweg konstituieren und erlaubt somit globale Probleme wie den Klimawandel jenseits von nationalen Grenzen zu begreifen. Andererseits verstärkt die Globalisierung die Idee der Individualisierung und den Rückgang der kollektiv geteilten Identität und stellt die klassische Idee der Solidarität in Frage. In diesem Working Paper suchen wir am Beispiel der Europäischen Union nach einem erweiterten theoretischen Konzept der Solidarität, das an verschiedenen "Orten" in transnationalen Arbeitsbeziehungen angewendet werden kann.

Nussbaum Bitran, Ilana; Dingeldey, Irene; Laudenbach, Franziska, 2022: Theoretical conceptions of transnational solidarity in working relations, Bd. 34, Schriftenreihe Institut Arbeit und Wirtschaft, Download PDF

Themenkomplex im Sonderheft der Zeitschrift "Arbeit"

Gemeinsam mit Almut Peukert (Uni Hamburg) Heike Jacobsen (TU Cottbus-Senftenberg) hat Martin Seeliger ein Sonderheft der Zeitschrift 'Arbeit' zum Themenkomplex 'Arbeiten in der Corona-Krise' herausgegeben. Im Heft finden sich unter anderem ein Artikel zu Gesundheitlicher Ungleichheit und betrieblichem Krisenmanagement von Guido Becke, Britta Busse, Cora Zenz, Stephanie Pöser, Sarah Mümken, Christel Schicktanz, Cornelia Gerdau-Heitmann und einer zur Re-Regulierung der Schlachthofarbeit von Marcel Sebastian und Martin Seeliger.

Link zum Heft: https://www.degruyter.com/journal/key/arbeit/html

im Sonderheft der Zeitschrift für Sozialreform

Unter dem Titel ''Trade Unions and Social Policy in the Process of European Integration" haben Dr. Johannes Kiess vom Else-Frenkel-Brunswick-Institut für Demokratieforschung und unser Mitarbeiter Martin Seeliger ein Sonderheft der Zeitschrift für Sozialreform herausgegeben. Enthalten sind u.a. Beiträge von Guglielmo Meardi, Maarten Keune, Andrea Bellini, Manuela Galetto, Anna Mori, Noëlle Payton, Gemma Scalise, Wolfgang Günther, Torben Krings und Stefanie Hürtgen.

Link zum Sonderheft


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PD Dr. Martin Seeliger
FVG / Wiener Str. 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-61711
E-Mail: seeliger@uni-bremen.de

Am Beispiel des Lieferdienstes Gorillas untersucht der Beitrag Möglichkeiten und Grenzen der Regulierung von Rider-Arbeit.

Im Fokus stehen Arbeitskonflikte und die dabei beteiligten Akteure. Die Rekonstruktion der Konfliktdynamik zeigt, dass einige der Arbeiter:innen sich zu einem autonomen Kollektiv zusammenschließen und sich sowohl von den traditionellen Akteuren sozialpartnerschaftlicher Arbeitsbeziehungen
distanzieren als auch pragmatisch deren Unterstützung in Anspruch nehmen. Mit vielen direkten Protesten und einer breiten Öffentlichkeit lassen sich mit einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Wahl eines Betriebsrats erste Erfolge dieser Strategie konstatieren.

Ewen, Janis; Heiland, Heiner; Seeliger, Martin, 2022: Dynamiken autonomer Arbeitskonflikte im digitalen Kapitalismus. Der Fall ‚Gorillas, Schriftenreihe Institut Arbeit und Wirtschaft /33/2022, iaw - Institut Arbeit und Wirtschaft, Download PDF

 


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Heft Nr. 32 der iaw Schriftenreihe

Der Beitrag untersucht, wie die Tarifparteien der deutschen Metall- und Elektroindustrie, Gesamtmetall und IG Metall, die Corona-Krise in der Öffentlichkeit darstellten. Die empirische Grundlage bilden Pressemitteilungen, Gastbeiträge der Vorsitzenden und Presseinterviews. Die Studie gibt Aufschluss darüber, wie die Tarifvertragsparteien die Handlungsfähigkeit der Sozialpartnerschaft einschätzen und welche Prioritäten sie setzen.

Auch in den Kernbereichen des deutschen Wirtschaftsmodells gerät die Sozialpartnerschaft zunehmend unter Druck. Dies spiegelt sich auch in unserer Analyse wider: Während bei der Beschreibung der Krise und der Forderung nach staatlichen Hilfen zur Stützung der Wirtschaft und zum Schutz der Arbeitnehmer auf den ersten Blick eine Interessenkoalition besteht, ist diese durch ein starkes Ungleichgewicht gekennzeichnet. Es geht nicht nur um eine rein strategische Zusammenarbeit in bestimmten Fragen.

Auch die Arbeitgeberseite beharrt auf Lohnzurückhaltung und lässt gewerkschaftliche Forderungen nach einer weitergehenden gemeinsamen Verantwortungsübernahme unbeantwortet. Gerade vor dem Hintergrund weiterer Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt schwächt dies die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften und setzt das institutionelle Muster der Sozialpartnerschaft weiter unter Druck.

Hopp, Marvin; Kiess, Johannes; Menz, Wolfgang; Seeliger, Martin (2022): „Social Partnership Revival“ The Framing of the Covid-19-Crisis in the German metal sector, Erschienen in: Schriftenreihe Institut Arbeit und Wirtschaft Bd. 32 // Link zur Publikation Download PDF

 

 

Guido Becke und Peter Bleses beleuchten in diesem Herausgeberband das Wechselverhältnis von Arbeit und Nachhaltigkeit im Sinne eines integrierten mehrdimensionalen Nachhaltigkeitsverständnisses.

Die gegenwärtige Arbeitsgesellschaft erlebt tiefgreifende Umbrüche, die Fragen nach einer nachhaltigen Transformation von Arbeit aufwerfen. Ausgehend von der doppelten Zielsetzung einer ökologisch nachhaltigen sowie sozialen Zielen verpflichteten Gestaltung von Arbeit wird in diesem Herausgeberband das Wechselverhältnis von Arbeit und Nachhaltigkeit beleuchtet. Interdependenzen werden zum einen zwischen Arbeit und sozialer Nachhaltigkeit und zum anderen zwischen Arbeit und Nachhaltigkeit in integrativer Perspektive untersucht. Der Band geht von einem integrierten und mehrdimensionalen Nachhaltigkeitsverständnis aus, dessen Kernprinzipien Regenerativität, Zukunftsoffenheit, soziale Generativität und Reflexivität bilden. Interdependenzen von Arbeit und Nachhaltigkeit werden auf unterschiedlichen Ebenen analysiert, d.h. der globalen bzw. transnationalen Ebene, der sektoralen und lokalen Ebene, des Arbeitsmarktes sowie der Unternehmensebene. Hierbei werden unterschiedliche Akteure in den Blick genommen, wie die Internationale Arbeitsorganisation, Gewerkschaften und betriebliche Interessenvertretungen. 

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Gemeinsam mit Prof. Paula-Irene Villa Braslavsky (LMU München) hat unser Mitarbeiter Martin Seeliger Prof. Judith Butler (UC Berkeley) zum Strukturwandel der Öffentlichkeit interviewt.

Das Gespräch erscheint Ende des Jahres in einer Sonderausgabe von Theory, Culture & Society, die Sebastian Sevignani und Martin Seeliger gemeinsam herausgeben. Diese wird u.a. Texte von Douglas Kellner, Donatella Della Porta, Nancy Fraser und Jürgen Habermas enthalten.

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Neues Heft der Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen

Nach der Schule münden viele Jugendliche statt in Ausbildung zunächst in das Übergangssystem ein. Dessen Aufgabenzuschreibung wird politisch von der Vorstellung dominiert, dass es prioritär den schnellen Übergang in eine Berufsausbildung sicherstellen soll. Vernachlässigt werden bei dieser Betrachtung die Bildungsbedarfe und -ansprüche insbesondere noch schulpflichtiger Jugendlicher.
Der Forschungsbericht untersucht exemplarisch für die Stadt Bremen, inwiefern die Bildungsgänge des schulischen Übergangssystems die Bedarfe junger Menschen adressieren und sie bei der Verbesserung des Schulabschlusses, der beruflichen Orientierung und/oder der Integration in Ausbildung unterstützen. Dabei wurden nicht nur Expertinnen und Experten, sondern auch Schülerinnen und Schüler direkt befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass mehr Bedarfsorientierung und Passgenauigkeit nötig sind, um die Chancen der Jugendlichen systematisch zu verbessern. Mit Blick auf den sehr hohen Anteil der Jugendlichen mit maximal dem Hauptschulabschluss im bremischen Übergangssystem sollte stärkeres Gewicht auf die Möglichkeiten zum Erreichen eines höherwertigen Schulabschlusses gelegt werden, weil dies den Zugang zu vielen Berufsausbildungen erst möglich macht.

Hashem-Wangler, Alexandra; Steinberg, Lisa; Dingeldey, Irene; Krägeloh, Annemieke; Böttcher, Julian, 2021: Schulisches Übergangssystem in Bremen, Bd. 36, Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen/2021, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen, Institut Arbeit und Wirtschaft.

Geschlechterungleichheiten in Arbeit, Wohlfahrtsstaat und Familie

Im Campus Verlag erschienen.

Seine Forschungsergebnisse sind schon vor Jahren bei den Untersuchungen zum gesetzlichen Mindestlohn am Institut Arbeit und Wirtschaft verarbeitet worden.

Am Anfang steht zur Erforschung der Funktionsweise von Mindestlöhnen das New Jersey-Experiment von Card und Krueger: Die Mindestlöhne für einfache Arbeit bei den Schnellrestaurants der Fastfood-Branche lagen in New Jersey deutlich über der nationalen Mindestvorgabe im Nachbarstaat Pennsylvania. Im diametralen Widerspruch zur neoklassischen Arbeitsmarkttheorie blieb jedoch die Jobkiller- Wirkung im Bundesland mit den höheren Mindestlöhnen aus. Die theoretische Erklärung wurde gefunden: Wegen der höheren Löhne stieg die Motivation zur Arbeit, die den Lohnanstieg kompensierte. Diese Pionierstudie hat eine Flut von Contra- und Pro-Studien ausgelöst. Die Methoden sind verbessert worden. Heute besteht ein breiter Konsens über gesetzlich zu sichernde Mindestlöhne zur Stabilisierung der Arbeitsmärkte. Diese Forschungsarbeiten haben die Einführung und den Ausbau des gesetzlichen Mindestlohnes in Deutschland befördert. Am Institut Arbeit und Wirtschaft, das wichtige Studien zum Mindestlohn vorgelegt hat, sind die Untersuchungen von David Card genutzt worden.

(Ein Beitrag von Rudolf Hickel)