UBFa: Dualisierte Berufsfachschule. Umstrukturierung der berufsvorbereitenden Berufsfachschulen, Teilprojekt Modul 2: „Ausbildungsbrücke Betriebspraktikum“

Aufgrund des demografischen Wandels und der konjunkturellen Entwicklung hat sich 2011 im Land Bremen die Situation am Ausbildungsmarkt entspannt. Dennoch mündeten noch immer rund 30% der Jugendlichen in das schulische Übergangssystem ein. Das ursprünglich politisch intendierte Ziel – die Jugendlichen mit berufs- oder Aausbildungsvorbereitenden Maßnahmen für die Aufnahme einer Berufsausbildung zu qualifizieren – wurde nicht effizient realisiert:
Auch nach zweieinhalb Jahren waren rund zwei Drittel der Jugendlichen mit dem Abschluss Berufsbildungsreife ohne Ausbildungsplatz, wobei Jugendliche mit Migrationshintergrund besonders betroffen waren. Insgesamt erwiesen sich die Maßnahmen zur Berufsvorbereitung allzu oft als Warteschleifen. Gleichzeitig blieben bei Bremer Betrieben Ausbildungsstellen unbesetzt. Die Betriebe bemängelten, dass die Jugendlichen aufgrund fehlender Ausbildungsreife, schwachen Schulabschlüssen oder anderen Vermittlungshemmnissen (u.a. Defizite bei den personalen und sozialen Kompetenzen) für eine Ausbildung nicht geeignet erschienen.
Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftebedarfs und offener Ausbildungsstellen in Handwerkbetrieben müssen Schulen und Handwerksbetriebe in Zukunft enger zusammenarbeiten. Beim Konzept der dualisierten Berufsfachschule führten Schüler und Schülerinnen an drei Tagen pro Woche ein Praktikum in Betrieben durch und hatten an den verbleibenden zwei Tagen Unterricht. Mithilfe von Praktika wurden die Synergien der Lernorte Betrieb und Berufsschule für die gemeinsame Qualifizierung der Jugendlichen genutzt mit dem Ziel, die Jugendlichen im Anschluss an den Bildungsgang in eine Berufsausbildung in den teilnehmenden Betrieben bringen zu können. Durch die Kooperation von Betrieben und Schulen wurden qualitativ hochwertige Praktika angeboten, wodurch deren „Klebeeffekt“ begünstigt wird. Die Handwerksbetriebe und die Berufsschule stimmten wechselseitig ihre Erwartungen und Erfahrungen an den beiden Lernorten ab, verzahnten ihre Kompetenzen und förderten die individuelle Entwicklung der Jugendlichen sowie deren Ausbildungsreife.
Die Aufgabe des iaw war die Beratung und wissenschaftliche Begleitung bei der Entwicklung und Umsetzung von Kooperations- und Kommunikationsstrukturen zwischen den Lernorten Schule und Betrieb, die Erhebung und Auswertung der wechselseitigen Erwartungen und Erfahrungen beider Akteure und die Unterstützung bei der Entwicklung betriebs-/berufsspezifischer und schulisch aufbereiteter Lernaufgaben. Die Ergebnisse des Schulmodellversuchs wurden ausgewertet und als Konzept für dualisierte Berufsfachklassen dokumentiert. Ferner sollten Empfehlungen für die Übertragbarkeit des Konzeptes auf andere/weitere Bildungsgänge im schulischen Übergangssystem ausgesprochen werden.



Laufzeit:
01. Januar 2012 - 31. Dezember 2014

Forschungsteam:
Gerlinde Hammer
M.A. Soz. Eugen Nordloh
Dipl. Soz. Elisabeth Rupprecht

Finanzierung:
Europäischer Sozialfonds (ESF); Senatorin für Bildung und Wissenschaft Bremen; Bremer Landesprogramm „Ausbildung und Jugend mit Zukunft“; Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Bremen