Mitteilungen


PD Dr. Martin Seeliger
PD Dr. Martin Seeliger
Wir begrüßen PD Dr. Martin Seeliger

Wir freuen uns PD Dr. Martin Seeliger zum 1. August als neuen Leiter der Abteilung I „Wandel der Arbeitsgesellschaft“ zu begrüßen.  Herr Seeliger ist Soziologe und hat  an der Ruhr-Universität Bochum studiert. Seine Promotion zu „Soziale Konstruktion organisierter Interessen. Gewerkschaftspolitik im Prozess der europäischen Integration“ wurde am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln verfasst.  Das Thema seiner kürzlich abgeschlossenen Habilitation lautet ‚Verhandelte Globalisierung‘. Darüber hinaus hat Martin Seeliger intensiv zur Tarifpolitik und kollektiven Arbeitsbeziehungen unter Einbeziehung wirtschaftlicher Krisen und Digitalisierung geforscht und publiziert.

Nach verschiedenen Stationen in Jena, Flensburg, Lüneburg und zuletzt in Hamburg kommt er nun ans iaw. Hier wird er u.a. ein Projekt zum Thema „Paradoxien der EU-Personenfreizügigkeit. Präferenzbildungsprozesse für und gegen Europäische Integration“, gefördert von der DFG, in Co-Operation mit Christof Roos von der Universität Flensburg leiten. Weitere Forschungsschwerpunkte liegen im institutionellen Wandel politischer Ökonomien und im Strukturwandel der Öffentlichkeit.

Heft 35 der Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen

Die Corona-Krise hat die Arbeitsbelastungen von Beschäftigten in der stationären Langzeitpflege noch erhöht.
Zugleich hat die Krise verstärkt gezeigt, welche Ressourcen aktiviert und entwickelt werden können, um Krisen auf Einrichtungs- und Unternehmensebene zu bewältigen und die Gesundheit von Beschäftigten zu erhalten. Das iaw hat hierzu betriebliche Unterstützungsstrukturen für Beschäftigte in der Corona-Krise unter die Lupe genommen.

 

Zenz, Cora; Becke, Guido, 2021: Gemeinsam stärker! Betriebliche Unterstützungs-strukturen für Beschäftigte in der Langzeitpflege, Arbeitnehmerkammer Bremen (Hg.), Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen 35/2021, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen / Download

Der Experte für Stadtsoziologie wird ab dem 1. April in der School of Architecture im Lehrgebiet der Allgemeinwissenschaften mitwirken.

Wir gratulieren Prof. Dr. Günter Warsewa, ausgewiesener Experte für Stadtsoziologie, zur Ernennung zum Honorarprofessor an der Hochschule Bremen an der Fakultät Architektur, Bau und Umwelt zum 1. April 2021. Die Rektorin der Hochschule Bremen, Prof. Dr. Karin Luckey, würdigte damit Günter Warsewas langjähriges Engagement in der Forschung. Prof. Luckey verbindet damit auch den Wunsch nach einer Intensivierung der Kooperation zwischen Hochschule, Universität und dem iaw in Bremen. In der Laudatio von Prof. Dr. Mansfeld (Hochschule Bremen) wurde dabei nicht zuletzt sein besonderes Interesse an der Erforschung von Hafenstädten hervorgehoben.

zur Pressemitteilung der HSB

Heft 32 der Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen

Für viele Erwerbstätige sind „atypische Arbeitszeiten“ Realität. Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellen ungünstige Arbeitszeitlagen wie Arbeit auf Abruf, Schichtarbeit, Nacht- und Wochenendarbeit spürbare Hindernisse und Belastungsmomente dar. Die Flexibilisierung der Kindertagesbetreuung gilt aktuell als Hoffnungsträger zur Entlastung von Familien. In der hier vorgelegten Studie wurden zum einen die quantitative Datenlage in Hinblick auf Familien mit atypischen Arbeitszeiten verbessert, die Angebotssituation flexibilisierter Kindertagesbetreuung systematisiert und erste Erfahrungen aus entsprechenden Modellvorhaben zusammengetragen. Zum anderen wurden die familieninternen Abwägungsprozesse bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei atypischen Arbeitszeiten am Beispiel von Klinikbeschäftigten mit Kleinkindern nachvollzogen und die möglichen Folgen einer Flexibilisie-rung der Angebotsformen für die Arbeitsbedingungen und die Betreuungsqualität abgeschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass zwar Zusatzbedarfe in einer relevanten Größenordnung vorhanden sind, diese aber oftmals nur unregelmäßig anfallen und wenige Zeitstunden umfassen. Die kind- und stundenbezogene Finanzierung der Kindertagesbe-treuung in den Ländern sowie der Personalmangel erweisen sich zudem als Hürden für eine Flexibilisierung, die nicht zulasten der Arbeitsbedingungen und des Kindeswohls geht.

Böhme, René, 2021: Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei atypischen Arbeitszeiten. Balanceakt zwischen familiären und erwerbsbezogenen Anforderungen, Arbeitnehmerkammer Bremen (Hg.), Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen 32/2021, Arbeitnehmerkammer Bremen.

 

zum Projekt

21 Mythen über die Wirtschaft, die uns teuer zu stehen kommen.

Rudolf Hickel hat mit zwei Kollegen ein neues Buch vorgelegt. Es dient der Aufklärung über einundzwanzig stark interessenbedingten Mythen zur Rechtfertigung der Gewinnwirtschaft.
Wirtschaftsdogmen im Faktencheck – das ist das die einundzwanzig Beiträge einende Ziel.

Mit Johann-Günther König und Hermannus Pfeiffer bewertet Rudolf Hickel den Preis, den die wichtigsten Mythen, die heute auch als ideologisch-rechtfertigende Narrative und in Kurzform als „Fake News“ daherkommen, kosten. Dabei erfolgt die Entmystifizierung durch die Verarbeitung des oftmals von der Politik und in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommenen Theorienstreits innerhalb der Ökonomik. Insoweit werden auch die vorherrschenden Rechtfertigungs-Mythen der „Mainstream Economics“ dechiffriert.

Eine Leseprobe: https://www.book2look.com/book/9783499005336

Link

- HWWI Policy Paper 128 -

In einem gut besuchten Online-Pressegespräch am 18. November 2020 wurde eine gemeinsame Publikation des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) mit der Universität Bremen vorgestellt. Die neue Studie „Struktureller Umbruch durch COVID-19: Implikationen für die Innovationspolitik im Land Bremen widmete sich den Folgen der COVID-19-Pandemie für das Land Bremen. Der Fokus der Analyse liegt auf den Auswirkungen der COVID-19-Krise auf die Innovationspolitik und auf den strukturellen Wandel in der Hansestadt. Die Beiträge gliedern sich in vier Schwerpunkte: Innovation und Gründungsgeschehen, Urbane Entwicklungen und Nachhaltigkeitsinnovationen, Finanzwissenschaftliche Aspekte sowie Globale Märkte und Wertschöpfungsketten.

Das iaw hat mit zwei Artikeln zur Publikation beigetragen: Prof. Dr. Rudolf Hickel mit einem Beitrag zur „Finanzpolitik unter dem Regime der Corona-Krise: Bedeutung der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen und das Fallbeispiel Freie Hansestadt Bremen. Dr. Guido Nischwitz widmete sich in seinem Beitrag der „Urbanen Produktion für eine Produktive Stadt Bremen: Beschleunigt die Pandemie eine nutzungs- und funktionsgemischte Stadt?

www.weser-kurier.de


Kontaktdaten:
Prof. Dr. Rudolf Hickel
Dr. Guido Nischwitz
FVG / Wiener Str. 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-61735
E-Mail: gnischwitz@uni-bremen.de

Warum Mindestlöhne?

Der Herausgeberband von Irene Dingeldey, Damian Grimshaw und Thorsten Schulten geht über die traditionelle Mindestlohnforschung hinaus, indem das Zusammenwirken verschiedener nationaler sowie sektorspezifischer Regelungen wie auch der Akteursstrategien im Feld der Mindestlohnpolitik untersucht wird. Es wird gefragt, welche Strategien und Motive von den verschiedenen Akteuren bei der Gestaltung und Anpassung (staatlicher) Mindeslöhne verfolgt werden. Im Ergebnis spielen dabei sowohl Tarifautonomie, gerechte Bezahlung und/oder die Sicherung von Mindesteinkommen in den verschiedenen Kontexten eine je unterschiedliche Rolle.

Auf Basis eines akteurzentrierten institutionalistischen Ansatzes werden Veränderungen im Bereich der Mindestlohn- und Tarifpolitik sowohl im Rahmen ländervergleichender Studien, Sektoranalysen wie auch in einzelnen Länderfallstudien untersucht. Dabei werden institutionelle und arbeitsmarktspezifische Settings, Akteursstrategien und Machtressourcen mit Policies und deren Autcomes verknüpft. Mit Blick auf zentrale Indikatoren von Gleichheit im Niedriglohnbereich und unter Berücksichtigung der Überrrepräsentation von Frauen in diesem Bereich, wird die Bedeutung historischer Entwicklungen, spezifischer Akteurskonstellationen und sektor- bzw. länderspezifischer Strategien von Akteuren analysiert. Hier sind insbesondere die unterschiedlichen Bedeutungen der Mindestlohnpolitik in Ländern des globalen Süden im Vergleich zu, globalen Norden - aber auch Differenzen innerhalb der Industrieländer von hohem Innovationswert und die Rolle des sozialen Dialogs für die Gestaltung von Mindeslohnpolitik erscheint in neuem Licht.

Dingeldey, Irene; Grimshaw, Damian; Schulten, Thorsten (Hg.), 2021: Minimum Wage. Regimes Statutory Regulation, Collective Bargaining and Adequate Levels, New York / London: Routledge Taylor & Francis Group, Link

Cover Leviathan
Cover Leviathan
Gemeinsam mit Sebastian Sevignani (Uni Jena) hat Martin Seeliger ein Sonderheft der Zeitschrift Leviathan herausgegeben.

Anschließend an Jürgen Habermas´ Buch aus dem Jahr 1962 untersuchen die Beiträge des Bandes den aktuellen Strukturwandel der Öffentlichkeit im Schnittpunkt der Globalisierung, der Digitalisierung und der Kommodifizierung des Sozialen. Mit Beiträgen von: Jürgen Habermas, Nancy Fraser, Hartmut Rosa, Michael Zürn und vielen anderen.

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Band 31 der iaw Schriftenreihe

Leistungsverdichtung und Arbeitsintensivierung zählen gegenwärtig zu den größten arbeitspolitischen Herausforderungen. Mittlerweile ist das Bewusstsein in Politik und Öffentlichkeit dahingehend geschärft, dass wachsender Leistungsdruck und eine übermäßige Entgrenzung von Arbeit enorme gesundheitliche und damit ökonomische Folgeprobleme hervorrufen können. Konkrete Ausgestaltung betrieblicher Leistungserwartungen und Personalbemessung sind jedoch eine zentrale Regelungsdomäne von Betrieben.

Es bleibt bisher unklar, welche Strategien Akteure kollektiver Arbeitsbeziehungen entwickeln können, um diese Herausforderung zum Gegenstand kollektiver Regulierung zu machen.

In der vorliegenden Studie steht die Frage im Fokus, wie Gewerkschaften und vor allem Betriebs- und Personalräte versuchen, einer zunehmenden Leistungsverdichtung entgegenzutreten und Einfluss auf betriebliche Leistungspolitiken auszuüben. Fallstudien in vier Branchen zeigen, dass es Gewerkschaften gelungen ist, das Thema Leistungsverdichtung in der politischen Arena zu platzieren und sowohl betriebliche Interessenvertretungen als auch Beschäftigte für solche Fragestellungen zu sensibilisieren. Auf der betrieblichen Ebene werden von Betriebs- und Personalräten Gefährdungsbeurteilungen als zentrales Instrument gesehen, um Ansatzpunkte für die Gestaltung von Leistungsfragen zu erhalten. Darüber hinaus versuchen auch sie, Beschäftigte für Aspekte der Leistungsverdichtung zu sensibilisieren und bei individuellen Bewältigungsstrategien zu unterstützen. Versuche, durch einen „kreativen“ Umgang mit harten Mitbestimmungsrechten in den Regelungsbereich der betrieblichen Leistungspolitiken vorzudringen, ließen sich bisher nicht feststellen.

Barlen, Vivien; Holtrup, André, 2021: Leistungsverdichtung als Gestaltungsfeld kollektiver Arbeitsbeziehungen, iaw - Institut Arbeit und Wirtschaft (Hg.), Schriftenreihe Institut Arbeit und Wirtschaft 31/2021, Bremen: iaw - Institut Arbeit und Wirtschaft, Download PDF

Ausgabe 34 der Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen

Produktion in der Stadt ist kein neues Phänomen. So gehört eine Urbane Produktion – in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und Entwicklungspfaden – zu den konstitutiven Merkmalen einer Stadt. Mit dem Begriff der Produktiven Stadt eröffnet sich die Möglichkeit, mithilfe eines strategischen Ansatzes die zentralen Aspekte der sich wandelnden sozioökonomischen Basis der Städte (Entfaltung neuer Produktions- und Arbeitsformen) mit den Zielen einer kompakten und funktionsgemischten Stadt zu verknüpfen.
In einem Forschungsvorhaben des iaw wurden die konzeptionellen Grundlagen der Urbanen Produktion und der Produktiven Stadt mit Blick auf die Situation in Bremen aufbereitet und in ihrem Wirkungsgefüge analysiert. Die Studie unterbreitet Vorschläge zur Beschreibung und Erfassung einer stadtaffinen und -verträglichen Urbanen Produktion sowie deren Einbettung in ein stadtentwicklungspolitisches Leitbild einer Produktiven Stadt. Anhand von sieben Referenzstädten (Wien, Zürich, Stuttgart, Hamburg, Frankfurt am Main, Wuppertal, Bochum) wurden entsprechende Aktivitäten herausgefiltert sowie deren Übertragbarkeit auf die Stadt Bremen überprüft. In der Stadt Bremen wurden acht Standorte und Quartiere (u. a. Tabakquartier, Kellogg-Areal) hinsichtlich ihrer Potenziale für die Umsetzung einer Produktiven Stadt untersucht. Die Stadt Bremen erscheint dazu prädestiniert zu sein, sich als Produktive Stadt neu auszurichten und zukunftsfähig zu positionieren. Die Studie enthält konkrete Empfehlungen und Ansatzpunkte für die Erarbeitung einer kommunalpolitisch verbindlichen Strategie einer Produktiven Stadt Bremen, die auch konkrete Instrumente und Maßnahmen umfasst.
Nischwitz, Guido; Chojnowski, Patrick; Bestenbostel, Martin von (2021): Urbane Produktion für eine Produktive Stadt Bremen. Eine Chance für mehr Beschäftigung? Institut Arbeit und Wirtschaft; Arbeitnehmerkammer Bremen (Hg.), Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen, Ausgabe 34/ März 2021